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Simestedt-Stranger
Haken: Drilling oder Doppelhaken Gr. 10-12, 35mm Alu-Tube, Silkonschlauch
Bindeseide: Schwarz, Rot
Körper: Hahnenhechel (weiß), Ovaltinsel (silber), Silberdraht
Butt: Goldtinsel, Ziege (gelb), Strauß (gelb)
Wangen: Tippet vom Goldfasan
obere Fahne: Fuchs (schwarz), Holographic Tinsel, Pfauengras
untere Fahne: Eichhörnchen
Als erstes wird eine Tube aus Aluminium, Messing oder Kunststoff (kann sogar ein zurechtgeschnittenes Wattestäbchen sein) auf den Tubenfliegenbindestock gesteckt. Wenn man solch einen Bindestock nicht hat, (so wie ich) kann man auch ein sogenanntes Tubenfliegen-Tool verwenden, wobei es sich um eine Aufnahme-möglichkeit handelt, die in den normalen Bindestock eingespannt wird. Wer nur "mal ausprobieren" möchte, kann die Tube auch auf eine Dubbingnadel stecken, und dann die Nadel in den Bindestock einspannen. Am hinteren Ende der Tube wird dann die Bindeseide angewunden. Die Tube sollte sich hierbei nicht mitdrehen, ansonsten sollte man sie noch fester einspannen.
Jetzt wird ein streifen Goldtinsel angewunden und damit der Butt von ca. 5 mm Länge gewickelt. Das Tinsel wird überfangen und abgeschnitten. Über dem Tinsel legt man nun einige Haare eines Gelben Ziegenfells (Goat Hair) fest, welche zuvor in einem Hairstacker begradigt wurden. Mit einer Fiber einer Straußenfeder, die an der Einbindestelle des Haars festgelegt wurde, windet man nun eine Art Hechel, wie auf dem nächsten Bild zu sehen ist. Die Feder wird dann überfangen und abgeschnitten.
Direkt vor der "Straußenhechel" wird nun das silberne Ovaltinsel, ein dünner Kupfer-, Gold- oder Silberdraht und eine lange weiße Hahnenhechel angewunden. Bei der Hechel hat man zuvor auf ca. 1/3 der Länge, bei der Spitze beginnend, die Fibern einseitig entfernt. Die Hechel wird dann mit der Spitze eingewunden.
Mit der schwarzen Bindeseide oder schwarzem Floss wickelt man nun einen gleichmäßigen Körper. Dieser wird anschließend mit dem Ovaltinsel gerippt. Das Tinsel wird an der Spitze der Tube überfangen und abgeschnitten. Die Hechel windet man nun direkt hinter dem Tinsel nach vorne, so dass eine Hechelwicklung immer direkt hinter einer Tinselwicklung zu liegen kommt. Der Hechelstamm wird dann festgelegt und abgeschnitten. Mit dem dünnen Draht wickelt man jetzt genau in der anderen Richtung über die Hechel und den Tinsel, um beidem eine höhere Festigkeit zu verleihen.
Aus einem Stück schwarzem Fuchshaar schneidet man nun ein Büschel heraus, wobei die weiche Unterwolle gerne erhalten bleiben darf. Dieses Büschel wird dann wie im Bild gezeigt eingewunden. Um dem Ganzen eine besonders hohe Haltbarkeit zu verleihen, kann man das Büschel auch zunächst nach vorne einbinden, dann umklappen und endgültig überwickeln - ein Tropfen Lack auf die Einbindestelle erfüllt diesen Zweck aber genauso gut. Auf der gegenüberliegenden Seite der Schwinge bindet man noch einige Haare eines Eichhörnchenschwanzes (Squirrel-Tail) ein, die vorher mit dem Hairstacker begradigt wurden.
Oberhalb der Schwinge werden nun noch einige Glitzerfäden (Holographic-Tinsel) sowie 2-3 Fibern Pfauengras eingewunden. Seitlich noch einige Fibern vom Tippet (Kragen) des Goldfasans (oder auch zwei Federn vom Dschungelhahn) als Wangen. Wer mag kann jetzt noch die Bindeseide abschließen und eine rote Bindeseide anwinden, um hiermit ein rotes Köpfchen zu formen. Anschließend wird die Bindeseide mit dem Kopfknoten festgelegt und abgeschnitten und der Kopf lackiert.
Über den Butt schiebt man nun noch einen Gummischlauch, den es extra für diesen Zweck beim Angelgerätehändler gibt und schneidet diesen ca. 1 cm hinter dem Ende der Tube ab. In diesen Schlauch kann man nun einen geeigneten Drilling einführen (Viele Fliegenfischer haben auch die Tuben und die Haken in verschiedenen Dosen, und stellen sie dann am Wasser zusammen). Bei der Montage der Tubenfliege wird zunächst der Drilling aus dem Schlauch gezogen, und die Tube auf das Vorfach aufgefädelt. Dann knotet man den Haken mit dem halben Blutknoten (Clinchknoten) an das Vorfach und schiebt die Tube wieder zum Haken, wo sie dank des Kunststoffschlauches auch bleibt. Statt eines Drillings kann je nach Verwendungszweck (Hindernisse, Fischerei-beschränkungen) auch ein Zwilling oder sogar ein Einzelhaken verwendet werden.
Tubenfliegen gewinnen in den letzten Jahren immer mehr Anhänger. Ist der Haken einmal abgebrochen, stumpf oder verrostet, braucht man nicht etwa die gesamte Fliege "in die Tonne zu treten", sondern kann einfach den Haken gegen einen neuen, gut geschärften austauschen. Es gibt für diesen Zweck spezielle Tubenfliegenhaken, ich bevorzuge allerdings die rot eloxierten Standarddrillinge, wie im Bild dargestellt, da sie der Fliege noch einen zusätzlichen Touch verleihen. Auch bei der Fischerei auf Hechte werden immer mehr Tubenfliegen verwendet, da viele Angler dem Drilling einfach mehr Vertrauen schenken.

Diese Fliege ist aus einem Muster entstanden, das ich in Dänemark an der Simestedt-Au gefunden habe. Nicht zuletzt aus diesem Grunde ist mir der "echte" Name verwehrt geblieben und ich habe sie den Simestedt-Stranger getauft.



Diese Seite wurde 10808 mal aufgerufen seit dem 22.03.2007.